Dienstag, 19. März 2019
Notruf: 112

Warum kein Wasser ins Öl gießen?

Eine Redensart sagt, man soll kein Öl ins Feuer gießen. Viel fataler sind die Folgen, wenn Du Wasser in brennendes Fett oder Öl gießt, um es damit zu löschen.

Brandklasse FBrände von Speiseölen und Speisefetten

Früher gehörten Fettbrände der Brandklasse  B (flüssige oder flüssig werdende Stoffe) an, jedoch werden sie wegen ihrer besonderen Gefahren und Eigenheiten seit Januar 2005 in der neuen, eigens geschaffenen Brandklasse F geführt.
Bei Fetten und Ölen handelt es sich im hoch erhitzten Zustand um quasi selbstentzündliche Flüssigkeiten - ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zu den in Brandklasse B eingruppierten brennbaren Flüssigkeiten, die in der Regel eine Zündquelle zur Entzündung benötigen.

 

Das geschieht bei einem Fettbrand

FettexplosionHandelsübliches Fett fängt bei ungefähr 350 Grad an selbstständig zu brennen. Verunreinigtes Fett hat dabei eine deutlich niedrigere Zündtemperatur als frisches Fett. Anzeichen für Verunreinigung ist beispielsweise eine starke Verfärbung. Es kann sich schon bei Temperaturen im Regelbereich des Thermostates einer Fritteuse entzünden. Gießt man Wasser in die Flammen dieses extrem heißen Fettes, verdampft das zu Boden sinkende Wasser schlagartig und reißt das brennende Fett in einer großen Stichflamme dabei mit aus Topf, Bratpfanne oder Friteuse und führt damit zur schlagartigen Brandausbreitung. Es entstehen dabei Temperaturen von bis zu 800 Grad Celsius. Dazu genügt schon wenig Wasser, 1 Liter Wasser verdampft explosionsartig zu 1700 Liter Wasserdampf.

Auch häufig vorwendete Feuerlöscher wie Pulver-, CO2– oder Schaum­löscher eignen sich nicht, um einen Fett­brand zu bekämpfen.

Unser Tipp: Bei den ersten sichtbaren Flammen den Topf mit einem Deckel oder Backblech abdecken. Das nimmt den Flammen sofort den Sauerstoff zum "Atmen". Die Friteuse vom Netz trennen oder den Herd ausschalten und mit einem Topflappen die Pfanne oder den Topf von der heißen Kochstelle nehmen.

 

Mit der Löschdecke
 
Auch spezielle Lösch­decken können bei kleinen Fett­bränden helfen. Hiermit solltest Du unbe­dingt darauf achten, Topf oder Pfanne nicht im Eifer des Gefechts vom Herd zu reißen. Schlagen die Flammen des Fett­brands bereits höher, geraten aber auch Lösch­decken schnell an ihre Grenzen. Unter­suchungen der Berufs­genossenschaft Nahrungs­mittel und Gast­gewerbe haben gezeigt, dass Lösch­decken bei den hohen Temperaturen schnell durch­brennen können. Hat der Fett­brand bereits auf die Küchen­einrichtung überge­griffen, setze einen Notruf ab und bring Dich in Sicherheit.
 

Mit einem Fettbrandlöscher

Eine weitere Möglich­keit der Bekämpfung von Fett­bränden sind spezielle Feuerlöscher für die Brandklsse F, dem Fettbrandlöscher. Das darin enthaltene Lösch­mittel löscht das brennende Fett durch Verseifung. Dabei wird es in seine Bestand­teile zurück­geführt – Glycerin und Fett­säuren. Es bildet sich eine Sperr­schicht über dem Brandherd, die die Sauer­stoff­zufuhr unterbindet. Gleich­zeitig kühlt das Lösch­mittel das Fett soweit herunter, dass es sich nicht mehr von selbst entzünden kann. Ist ein Löscher für Fett­brände geeignet, trägt er die Kenn­zeichnung für Brand­klasse F.

Da vor dem Feuer meist Rauch entsteht empfehlen wir Rauchmelder zu installieren.



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